Gewohnheiten.

10. Juli 2012
Allgemein

Man ist sich gewohnt, dass bestimmte Dinge einer bestimmten Gesetzmässigkeit folgen. Ein Ball zum Beispiel, den wir aus der Hand gleiten lassen, wird kaum an die Decke schweben, wenn er an die Gravitation gebunden ist. Der Ball wird mit aller Masse in Richtung Boden fallen. Gewohnheiten sind aber nicht nur rein physikalischer Natur.

 

Wird sind uns gewohnt, dass wir am Morgen eine oder zwei Tassen Kaffee oder eine kalte Schokolade trinken. Jeden Tag, vielleicht sogar mehrmals am Tag. Wir haben uns angewöhnt, dass der Kaffee uns mit dem enthaltenen Koffein, munter macht, damit wir frisch in den Tag starten können. Unser Geschmacksnerven sehnen sich jeden morgen nach dem importierten Geschmack und unser Gehirn mag den Koffeinschub kaum abwarten.

 

Es sind geliebte, gewohnte Sachen, die uns am Herzen liegen. Rituale die uns während dem Aufwachsen im Elternhaus mitgegeben oder später durch Werbung eingetrichtert wurden.

 

Geliebtes lässt man nur schwer oder niemals los. Es sei den, es wird einem gewaltsam und plötzlich weggenommen. Der Tod erledigt diese Aufgabe. Er ist der einzige, der vom Menschen respektiert wird, unumgänglich und unwiderruflich. Wenn der Tod seine Sense auspackt ist es zu spät.

 

Wir können frei bestimmen, wofür wir leben. Wir können das Leben leben, was wir leben wollen. Wir müssen uns dabei nur an kulturelle Eigenheiten halten, müssen dabei aber keine Rücksicht auf andere Lebewesen oder folgende Generationen nehmen. Ausser die Kultur schreibt das vor.

 

Was ist aber, wenn diese kulturelle Formung, die zugleich sehr wirtschaftsgetrieben ist, ein Schuss in den eigenen Rücken ist. Eine Deformation der Gesellschaft, die so weitreichend ist, dass sich diese Hochkultur selbst an den Abgrund des Aussterbens manövrieren könnte?

 

Aussterben oder weiter leben?

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Site – Institut HyperWerk – HGK FHNW — August 2012